Wie du dich in 20 Minuten auf das Wesentliche konzentrierst

Liebe Leserin und lieber Leser,

das Thermometer nähert sich langsam der 30-Grad-Marke. Vor deinem Fenster herrscht strahlender Sonnenschein. Es ist das ideale Bade-Wetter. Du erinnerst dich an den Biergarten-Besuch mit Freunden im vergangenen Jahr. An die ausgelassene Stimmung, die kühlen Getränke und das leckere Essen. Das Surren deines Computers holt dich zurück in die Realität. Du sitzt in deinem Arbeitszimmer und versuchst dich auf deine Geschäftsidee zu konzentrieren. Dabei wärst du viel lieber an einem anderen Ort, zu dem deine Gedanken immer wieder abschweifen. Konzentration ist eine besondere Fähigkeit, um Aufgaben zu erledigen und Ziele zu erreichen. Konzentration ist wichtig. Trotzdem wird sie nirgends gelehrt. Weder in der Schule, noch am Arbeitsplatz. Jeder kann sich unter Konzentration etwas vorstellen. Mehr oder weniger. Der Duden definiert Konzentration als „hohen Grad der Aufmerksamkeit und der geistigen Anspannung, die auf eine bestimmte Tätigkeit gerichtet ist“. Das Online-Lexikon Wikipedia bezeichnet es als „willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit“. Doch wie verbessert man seine Konzentration?

20 Minuten Konzentration

Die meisten Tipps beschränken sich auf Teilaspekte. Eine gesunde Ernährung ist wichtig, eine angenehme Arbeitsatmosphäre, mehr Bewegung, sich kleine Belohnungen zwischendurch gönnen und die schwierigsten Aufgaben zuerst erledigen, da die Konzentration im Tagesverlauf nachlässt. Es gibt Untersuchungen, dass die menschliche Konzentration bereits nach 20 Minuten nachlässt. Das ist nicht gerade viel Zeit. Speziell, wenn vor dem Fenster auch noch Biergarten und Schwimmbad locken.

In meinem vierten Blog-Beitrag möchte ich dir heute einige Tipps geben, wie du dich bei deiner Existenzgründung auf das Wesentliche konzentrieren kannst und deine Konzentration auf spielerische Weise steigerst. Viel Spaß beim Lesen!

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Die richtige Dosis Konzentration

„Du musst dich mehr konzentrieren!“, „Wie lange dauert das noch, Sie sollten sich mehr auf Ihre Arbeit konzentrieren.“ Jeder von uns hat solche Sprüche mit Sicherheit schon einmal gehört. Von den Eltern, von Lehrern oder vom Chef. Konzentration scheint etwas Unangenehmes zu sein. Keiner sagt einem, wie sie funktioniert, aber jeder fordert sie ein. Es scheint eine Fähigkeit zu sein, zu der man sich willentlich zwingen muss. Etwas, das schnell nach Abwechslung verlangt. Kurz die Emails abrufen, nachschauen, was es Neues auf den Social Media-Kanäle gibt oder einen Kaffee holen. Die Anzahl der Ablenkungen ist umfangreich und verlockend. Dabei kann Konzentration – richtig dosiert – durchaus Spaß machen.

Konzentration durchs Weglassen

Konzentration ist meiner Meinung nach nicht nur die Fähigkeit, seine Aufmerksamkeit gezielt auf etwas zu richten, sondern sie lässt sich bereits vorab durch das Weglassen von Dingen steigern. Als Existenzgründer wirst du mit zahlreichen Bereichen konfrontiert. Je nach Umfang deiner Tätigkeit gehören dazu kaufmännische Betriebsführung, Buchführung, Kalkulation, Schriftverkehr, Steuern, rechtliche Belange, Kundenakquise, Vertrieb, Marketing sowie Produktentwicklung und Produktherstellung. Es ist ein Berg an Herausforderungen und Aufgaben. In einigen der genannten Bereiche wirst du tolle Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzen, in anderen nicht. Als dein eigener Chef hast du mehr Entscheidungsmöglichkeiten, du trägst nun allerdings auch die gesamte Verantwortung.

14 Stunden pro Tag?

Speziell Einzelgründer tendieren dazu, alle Aufgaben selbst erledigen zu wollen. Sei es aus Kostengründen oder aus einem falsch verstandenen Ehrgeiz heraus. Was bringt es dir allerdings, wenn du alle notwendigen Aufgaben selbst erledigst, 12 bis 14 Stunden pro Tag rackerst, am Ende aber kaum noch zu deiner eigentlichen Arbeit kommst, die dir Spaß macht, deinen Werten entspricht und dir Einnahmen generieren soll?

Auf jeden Fall keine Freude. Bei einem 12 bis 14 Stunden-Tag lässt deine Konzentration nach, du machst Fehler und dein Körper kann sich bei fortwährender Belastung auch nicht mehr richtig erholen. Zudem wird vermutlich auch deine Motivation sinken, besonders wenn erhoffte Einnahmen ausbleiben.

Bevor du dich also entschließt, alle wichtigen Bereiche deiner Existenzgründung selbst zu stemmen, solltest du ermitteln, wie gut du in den unterschiedlichen Bereichen bist. Dafür ist vor allem die Fähigkeit zur Selbstkritik erforderlich.

Plus und Minus

1. Notiere auf einen Zettel alle relevanten Bereiche deiner Existenzgründung, bspw. Buchführung, Marketing, Steuern etc. Schreibe nun neben jedem Bereich deine Kenntnisse und Fähigkeiten unter einem Pluszeichen auf sowie unter einem Minuszeichen alle deine nicht vorhandenen Fähigkeiten.

Auf diese Weise kannst du dir einen ersten Überblick über deine Fähigkeiten im jeweiligen Bereich verschaffen.

Spaßfaktor – von grauenvoll bis orgiastisch

2. Beurteile nun jeden Bereich mit einem Spaßfaktor von 1 bis maximal 10. Das bedeutet: Schreibe neben den jeweiligen Bereich, wie viel Spaß es dir machen würde, dir die fehlenden Fähigkeiten und Kenntnisse darin anzueignen. Die Zahl 1 steht für „grauenvoll“, die Zahl 10 für ein nahezu „orgiastisches Erlebnis“.

Der Konzentrations-Praxis-Test mit Stoppuhr

3. Bestimme nun die Bereiche, in denen du einige Kenntnisse besitzt und deren Erweiterung dir Spaß machen würde. Prinzipiell kannst du natürlich auch einen Bereich wählen, in dem du über gar keine Kenntnisse verfügst, aber von dem du annimmst, dass er dir Spaß macht. Überlege dir nun eine relevante Aufgabe, die du sofort in diesem Bereich bearbeiten kannst. Zum Beispiel: Du willst deine Marketing-Fähigkeiten verbessern und ein Social Media-Konzept erarbeiten.

Darin könnten folgende Fragen beantwortet werden: Welche Kanäle möchte ich nutzen, wie sollen meine Botschaften lauten, wie oft möchte ich etwas posten, wie oft möchte ich am Tag meine Social Media-Kanäle überprüfen, wozu möchte ich meine Social Media-Kanäle einsetzen, bspw. zum Verkauf oder zum Markenaufbau oder zu beidem, etc.?

4. Nimm eine Stoppuhr, einen Küchenwecker oder dein Smartphone. Stelle einen Zeitraum von 20 Minuten ein und aktiviere die Zeit. Arbeite 20 Minuten konzentriert an deiner Aufgabe. Schreibe am Ende der 20 Minuten auf, wie sich die Arbeit für dich angefühlt hat, ob es dir leicht oder schwer gefallen ist, dich zu konzentrieren, ob es dir Spaß gemacht hat, und ob du dir vorstellen könntest, eine solche Tätigkeit täglich etwa 1,5 Stunden auszuführen.

Auf diese Weise kannst du alle Bereiche, die für dich in Frage kommen, durchgehen und schon einmal aussortieren oder in deine engere Tätigkeitsauswahl aufnehmen. Sollte dir übrigens keine konkrete Aufgabe zu einem Bereich einfallen, die du 20 Minuten lang bearbeitest, kannst du natürlich auch einfach anfangen, dich in die entsprechende Tätigkeit einzulesen oder dir ein Video anschauen oder dir notieren welche Quellen du zum Wissenserwerb nutzen möchtest.

Der finanzielle Aspekt

5. Du hast nun alle Tätigkeiten bestimmt, die dir Spaß machen und in denen du dein Wissen ausbauen möchtest. Überlege dir nun, wie viel Zeit du darin pro Tag investieren möchtest. Und überlege dir gleichzeitig, wie viel dich dieser Zeitaufwand pro Stunde kosten wird. Schließlich kannst du während deines Wissens-Erwerbs nicht nebenher an deiner Haupttätigkeit arbeiten, die deinen Werten entspricht und Einnahmen generiert.

6. Überlege dir nun, ob sich die Zeit, die du in deinen Wissens-Erwerb investierst, rentiert. Frage dich selbst: Was kann ich in einem Jahr mit dem Wissen anfangen und wie aktuell ist es dann? Was in fünf Jahren und was in zehn Jahren? Und wie viel Spaß wird es dann machen und wie viel Zeit benötigen?

7. Du hast dich für Tätigkeiten entschieden, die du selbst bearbeiten willst. Recherchiere nun, was dich das Auslagern der Tätigkeiten pro Stunde kosten wird, die du nicht selbst übernehmen willst, bspw. Steuerberater, Marketing etc. Hol dir einige Angebote ein. Bestimme wie viele Stunden du den externen Anbieter pro Monat einsetzen willst. Schlage sicherheitshalber einen Puffer von 15 Prozent auf die Stundenanzahl auf. Addiere nun die benötigten Beträge pro Monat zu deinen angepeilten monatlichen Einnahmen hinzu und ermittle deinen neuen Stundenverdienst daraus.

Auf diese Weise bestimmst du einen realistischen Stundensatz, der dir den Einsatz externer Anbieter und die Konzentration auf all jene Aufgaben ermöglicht, die dir Spaß machen und Geld bringen.

Wo finde ich entsprechende Anbieter?

Ich nutze zum Beispiel gerne das Komponentenportal von Professor Faltin. Aber natürlich gibt es viele unterschiedliche Anbieter. Ob im Telefonbuch, in Branchenverzeichnisse oder über Online-Suchen. Auch in Verbraucherzentralen oder über Fachzeitschriften kannst du dich informieren.

Zum Abschluss: Ich hoffe, dass ich dir aufzeigen konnte, dass Konzentration nicht nur bei der Arbeit, sondern schon im Vorfeld wichtig ist. Den Einsatz einer Stoppuhr mit einer Zeit von jeweils 20 Minuten kann ich dir nur empfehlen. Auf diese Weise kannst du leicht überprüfen, wie konzentriert du gearbeitet hast, wie viel Spaß es dir gemacht hat, wie viel Zeit du bislang in eine Aufgabe investiert hast und welcher Zeitaufwand noch vor dir liegt.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren. Bis zum nächsten Mal. Dann verrate ich dir, wie du mit schwierigen Situationen als Unternehmer, vor allem mit deinen Ängsten, umgehen kannst.

Viele Grüße
Volker

Wann es Zeit wird, bei deiner Geschäfts-Idee den Stecker zu ziehen

Liebe Leserin und lieber Leser,

sobald du in die Selbstständigkeit startest, wirst du ihnen mit einer gewissen Regelmäßigkeit begegnen. So wie es Gezeiten und Jahreszeiten gibt, werden auch sie immer wieder auf dich zukommen: Durststrecken. In den unterschiedlichsten Formen. Planungen lassen sich nicht wie gewünscht realisieren, Hindernisse treten auf, Entwicklungen verzögern sich.

Das fängt bei kleinen Dingen an, wie zum Beispiel der zeitnahen Veröffentlichung eines Blog-Beitrags, und reicht bis zu großen, kräftezehrenden Herausforderungen, die ein intensives Handeln erfordern. In solchen Phasen ist es wichtig, dass deine Selbstständigkeit mit deinen Werten, Talenten und Neigungen übereinstimmt.

Willst du dich tierisch verbiegen?

Ich werde immer wieder gefragt, ob es nicht sinnvoller ist, sich eine selbstständige Tätigkeit zu suchen, die vielleicht nicht unbedingt den eigenen Werten entspricht, aber finanziell wesentlich lukrativer erscheint. Aus meiner Erfahrung kann ich davon nur abraten. Wenn du dich erst tierisch verbiegen musst, um deine selbstständige Tätigkeit auch in Krisenzeiten fortzuführen, dann wirst du wiederkehrende Durststrecken auf Dauer nicht bewältigen können. Deshalb sind deine Werte enorm wichtig. Wie du deine Werte ermitteln kannst, habe ich in der zweiten Folge meiner Blog-Serie beschrieben. Du kannst es hier nachlesen.

In der dritten Folge verrate ich dir heute, was du tun kannst, wenn deine Produkt- oder Dienstleistungs-Idee keine Interessenten findet, wie du Geschäfts-Ideen besser an deine Zielgruppe anpasst und wann es an der Zeit ist, bei einer Idee den Stecker zu ziehen. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen!

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Kannst du die Realität akzeptieren?

Für die Tätigkeit als selbstständiger Unternehmer gibt es drei Grundwerte, die meiner Ansicht nach entscheidend sind. Es sind Eigenschaften und Fähigkeiten, die altbacken klingen mögen, die aber auch in Zukunft ihre Gültigkeit behalten werden. Diese Grundwerte sind Disziplin, Ausdauer und die Akzeptanz der Realität.

Was ich damit meine? Stell dir folgende Entwicklung vor: Du hast dein Produkt oder deine Dienstleistung an deiner Zielgruppe getestet. Das Feedback war positiv. Du hast dir einen Starttermin gesetzt und hast dein Produkt auf den Markt gebracht. Dein Ziel ist es, im ersten Monat 3.000 Euro mit deiner Geschäfts-Idee einzunehmen. Nach dem zweiten Monat haben deine Einnahmen noch immer keine signifikante Höhe erreicht. Du hast ausdauernd und diszipliniert für dein Produkt gerackert. Der erwartete Erfolg ist jedoch ausgeblieben.

Was kannst du jetzt tun?

Ein Grund für den mangelnden Erfolg könnte sein, dass das Design deines Produktes oder deine Dienstleistung noch nicht vollständig ist. Möglicherweise hast du Schlüsselpartner vergessen oder du bist von falschen Annahmen ausgegangen. In einem solchen Fall ist es sinnvoll, wenn du dir eine Auszeit nimmst, und das Design und Konzept deines Produktes schrittweise durchgehst. In welchen Bereichen könntest du Optimierungen vornehmen, wie lässt sich eine gesteigerte Nachfrage erzeugen, welche Marketingmaßnahmen könntest du zusätzlich nutzen?

Was ist deine große und neue Geschäfts-Idee?

Zudem solltest du dich fragen, was der große und neue Aspekt deiner Geschäfts-Idee ist. Was macht dein Produkt und deine Dienstleistung einmalig? Idealerweise solltest du dir diese Frage natürlich schon vor dem Beginn deiner Selbstständigkeit gestellt haben. Arbeite mithilfe dieser Frage dein Design durch. Kontaktiere deine bisherigen Kunden, insofern dies möglich ist, frage sie, was ihnen an deinem Produkt gefallen hat und was nicht. Nimm das Feedback mit in deine Überlegungen auf. Entscheide dich für Veränderungen und setze sie zeitnah um. Lege zudem ein zeitliches Limit für deine weitere selbstständige Tätigkeit fest, beispielsweise ein bis drei Monate.

Jetzt wird es Zeit, den Stecker zu ziehen

Falls du trotz deiner Design-Veränderungen bis dahin deine Einnahmen nicht signifikant steigern und mindestens 2.000 Euro pro Monat erreichen konntest, dann gehe noch einmal deine Zahlen durch. Betrachte deine Einnahmen und Ausgaben. Schau dir an, wie das prozentuale Wachstum deiner Geschäfts-Idee über die Monate verlaufen ist. Wenn die Zahlen keine Wende erkennen lassen, dann zieh den Stecker. Das mag schmerzhaft sein. Aber was soll dir eine Geschäfts-Idee bringen, die dich frustriert und letztlich nur Geld kostet. Die Grundlage einer erfolgreichen Selbstständigkeit sind die Einnahmen. Einnahmen lassen sich messen. Orientiere dich bei deiner Entscheidung an der Realität. Orientiere dich an nüchternen Zahlen und Fakten. Viele Leute verweigern sich der Realität. Sie setzen auf Hoffnungen und Träume. Vielleicht kommt ja doch noch der Umschwung, vielleicht wird alles besser. Für eine erfolgreiche Selbstständigkeit ist eine solche Haltung kontraproduktiv.

Wie du das Beste aus einer erfolglosen Geschäfts-Idee machst

Zieh den Stecker bei deinem Produkt. Schau dir an, welche Teilbereiche möglicherweise gut gelaufen sind und funktioniert haben. Lässt sich eventuell daraus eine Geschäft-Idee entwickeln? Was wäre der große, neue Aspekt dabei? Kontaktiere deine Kunden und frage sie, wie wichtig dieser Teilbereich für sie ist und was er ihnen wert wäre.

An deiner Geschäfts-Idee hat überhaupt nichts wirklich gut funktioniert und du hattest auch keine Kunden? Dann wähle den umgekehrten Ansatz. Kontaktiere potenzielle Kunden und frage, in welchem Bereich sie Unterstützung gebrauchen könnten? Ermittle, welche gemeinsamen Bedürfnisse sie haben. Frage sie, was am wertvollsten für sie wäre und welchen Betrag sie dafür im Jahr ausgeben würden?

Eine schlechte Geschäfts-Idee ist keine Schande

Über diesen Ansatz kannst du ermitteln, ob zumindest eine gewisse Nachfrage besteht. Denn manchmal finden Geschäfts-Ideen einfach keine Kundschaft oder sind schlichtweg schlecht. Das ist keine Schande.

Die Fähigkeit, die Realität zu akzeptieren und sich einzugestehen, dass etwas nicht geklappt hat, ist eine wichtige Erfahrung und Eigenschaft, um erfolgreich selbstständig zu sein und die eigenen Werte beruflich passend umsetzen zu können.

Schließlich soll deine selbstständige Tätigkeit erfüllend und nicht frustrierend sein.

In der vierten Folge meiner Blog-Serie werde ich dir verraten, wie du Teilbereiche deiner Selbstständigkeit auslagerst und dich nicht mit zu vielen Aufgaben überlastest. Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche.

Viele Grüße
Volker

Wie du mithilfe deiner Werte ein Produkt entwickelst und Kunden findest

Liebe Leserin und lieber Leser,

herzlich willkommen zur zweiten Folge meiner zehnteiligen Blog-Serie. Im heutigen Beitrag zeige ich dir, welche Bedeutung deine Werte für eine erfolgreiche Selbständigkeit haben, wie du mithilfe deiner Werte Ideen für ein Produkt oder eine Dienstleistung entwickelst und wie du deine Idee an deiner Zielgruppe testest. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen!

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„Was sind deine Werte?“ Wenn ich diese Frage bei meinen Coachings stelle, erhalte ich sehr unterschiedliche Antworten. „Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Geld, Freundschaft, Macht, Liebe etc.“ Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Menschen sind verschieden, ihre Werte sind es auch. Eines ist den meisten Menschen jedoch gemeinsam: Wir alle glauben, dass wir unsere Werte kennen. Werden wir nach unseren Werten gefragt, dann müssen wir nicht lange nachdenken, um sie zu nennen.

Doch eine Frage stellen wir uns kaum. „Sind das wirklich meine Werte?“ Oder handelt es sich vielmehr um Werte, die mir als meine Werte vermittelt wurden? Durch meine Eltern, durch die Schule, durch meinen Chef, durch die Aussagen meiner Arbeitskollegen, durch meine Freunde, durch Medien, durch staatliche Institutionen, durch religiöse Vorstellungen, durch die Erfahrungen anderer Menschen?

Deine Werte sind nicht meine Werte

Mein Vater war in russischer Kriegsgefangenschaft. Dort hat er gelernt: Wer sich unterordnet, überlebt. Diese Erfahrung hat ihn ein Leben lang geprägt. Er hat sie an mich weitergegeben. Er wollte mich schützen. Seine Erfahrung hat ihm gezeigt: Sich anzupassen ist ein Wert, der beim Überleben hilft.

Ich habe diesen Wert verinnerlicht. Ich habe ihn jahrelang umgesetzt und gelebt. Ich habe mich nie quergestellt. Mein Chef hat mich angeschrien.  Ich habe nicht aufgemuckt. Für meinen Vater war der Wert „Anpassung“ überlebenswichtig. Für mich war er ein Hindernis.  Erst als ich mich gewehrt und meinen Job wegen eines Tippfehlers hingeworfen habe, konnte ich mich von diesem Wert lösen. Die „Anpassung“ war nie mein Wert gewesen. Trotzdem hatte ich sie jahrelang gelebt.

Die eigenen Werte entdecken

Ein ähnliches Ergebnis habe ich oft bei meinen Coaching-Klienten. Ich lasse sie mit meinen Werte-Cards arbeiten. In mehreren Schritten bestimmen sie ihre zwei wichtigsten Werte. Am Ende kommen meist andere Werte heraus, als sie erwartet hätten. Doch diese neu entdeckten Werte machen Sinn. Sobald meine Klienten darüber nachdenken, entdecken sie ganz viele Anknüpfungspunkte in ihrem Leben. Punkte, an denen diese Werte eine zentrale Rolle spielen.

Auch mein Ergebnis bei den Werte-Cards hat mich überrascht. Meine Werte sind „Zeit“ und „Einfachheit“.  Doch sie stimmen. Ich mag es, Dinge möglichst einfach zu gestalten. Deshalb lernen die Teilnehmer in meinen Erwachsenen-Schwimmkursen das Schwimmen nicht innerhalb von vier Wochen, sondern an einem Tag. Die Methoden, die ich dafür entwickelt habe, sind einfach. Warum soll man Dinge unnötig kompliziert machen? „Einfachheit“ ist die Konzentration auf den wichtigsten Aspekt.

Gleich wichtig: Geld und Werte

Welche Werte sind dir wichtig? Kannst du deine Werte in deinem Job umsetzen? Welche Werte soll deine Arbeit erzeugen? Und welche Werte sollen deine Kunden wichtig sein? Oftmals konzentrieren wir uns zu sehr auf finanzielle Aspekte. Geld ist die Grundlage deiner Selbstständigkeit. Eine Selbstständigkeit, bei der du deine Werte nicht berücksichtigst, wird genauso wenig erfolgreich sein wie eine Selbstständigkeit, die deinen Werte entspricht, aber das Finanzielle vernachlässigt.

Anregungen:

Ermittle deine Werte

1. Nimm dir eine halbe Stunde Zeit. Notiere 30 Werte, die dir wichtig sind. Reduziere sie dann schrittweise, bis nur noch zwei Werte übrig sind. Überlege dir, in welchen Bereichen diese Werte eine Rolle für dich spielen.

Ermittle die Werte deiner Kunden

2. Schau dir die 30 Werte, die du notiert hast an. Welche dieser Werte sollen deinen zukünftigen Kunden wichtig sein? Wähle maximal fünf Werte aus. Es müssen nicht die gleichen Werte sein, die dir wichtig sind.

Entwickle ein Angebot und einen Preis

3. Überlege dir, welches Produkt oder welche Dienstleistung zu deinen Werten und den Werten deiner Kunden passt.

4. Sobald du dir ein konkretes Produkt oder eine konkrete Dienstleistung überlegt hast, bestimmst du den Preis. Wie teuer soll deine Dienstleistung oder dein Produkt sein?

Finde deine Zielgruppe

5. Überlege dir, wie dein Kunde aussieht, welches Alter er hat, welche Hobbys, welches Einkommen, wo er einkauft, wo er seine Freizeit verbringt.

Teste deine Idee

6. Kontaktiere deine Zielgruppe:

Für Mutige: Begib dich an einen Ort, an dem sich Personen deiner Zielgruppe aufhalten. Such dir diejenigen aus, die nicht gestresst wirken. Sprich sie an und bitte sie nach einem leichten Gesprächseinstieg  um ihre Einschätzung. Zum Beispiel: „Ich nehme an, dass Sie sich für das Thema XY interessieren. Ich hatte neulich eine interessante Idee, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie wirklich gut ist. Dürfte ich Sie kurz nach Ihrer Meinung fragen?“ Umreiße die Idee mit zwei Sätzen. Frage, was sie von der Idee halten. Wie viel sie dafür bereit wären zu zahlen und ob sie vielleicht einen Einfall hätten, wie man die Idee verbessern könnte. Auf diese Weise bekommst du schon mal einen direkten Kontakt zu deiner Zielgruppe und ein Gefühl dafür, wie die Leute deine Idee wahrnehmen. Zusätzlich verbesserst du deine kommunikativen Fähigkeiten.

Für noch nicht ganz so Mutige: Such dir aus deinem Bekanntenkreis Leute aus, die zu deiner Zielgruppe gehören. Stelle ihnen die Idee vor, erwähne aber nicht, dass sie von dir kommt. Sag lieber: „Ein Freund von mir hatte folgende Idee XY. Ich finde sie ja etwas ausgefallen. Was hältst du davon?“ Auf diese Weise bekommt man eine verhältnismäßig objektive Antwort. Wenn deine Bekannten und Freunde dagegen wissen, dass die Idee von dir stammt, werden sie sich vermutlich zurückhalten oder die Idee milder beurteilen, da sie dich mit ihrer Kritik nicht verletzen wollen.

Für Leute, die lieber online sind: Falls du deine Idee nicht im persönlichen Gespräch testen möchtest, dann suche dir ein paar Foren oder Facebook-Gruppen heraus, in denen sich deine Zielgruppe aufhält. Bring dich in die Diskussionen ein. Sobald dich die Leute in der Gruppe etwas kennen, kannst du Kontakt mit einzelnen Mitgliedern aufnehmen. Tausche dich mit ihnen aus und stelle ihnen dann irgendwann deine Idee vor bzw. die Idee eines Freundes und bitte sie um ihre Einschätzung.

Selbst verständlich kannst du auch alle diese Methoden kombinieren. Wichtig ist, dass du ein Gespür für deine Zielgruppe bekommst, die deine Werte teilt, und testen kannst, ob für deine Idee Interesse besteht und welchen Preis die Leute bezahlen würden.

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In der nächsten Folge verrate ich dir, welche Werte für jeden Unternehmer von zentraler Bedeutung sind, was du machen kannst, wenn deine Produkt- oder Dienstleistungs-Idee keine Interessenten findet und wie du deine Fähigkeit, Ideen zu entwickeln, verbesserst.

Ich freue mich auf dich am nächsten Sonntag!

Meine Werte-Cards, die dir bei der Ermittlung deiner wichtigsten Werte helfen, bekommst du auf www.werte-cards.de.

Mein Buch „Trotz Erziehung erfolgreich!“, in dem ich meinen Werdegang zum erfolgreichen Unternehmer mit vielen persönlichen Anekdoten durch alle Höhen und Tiefen schildere, findest du hier.

Ich wünsche dir einen schönen und erholsamen Feiertag!

Viele Grüße
Volker