Wie du besser mit Angst umgehst und dich auf eine Sache konzentrierst

Liebe Leserin und lieber Leser,

jeder Existenzgründer und jede Existenzgründerin wird ihr früher oder später begegnen: der Angst. Sie kommt in vielfältigen Formen.

Vor der Gründung äußert sie sich in Fragen wie: „Wird meine Geschäftsidee erfolgreich sein?“, „Was mache ich, wenn mein Konzept nicht aufgeht?“, „Wie wird mein Umfeld reagieren?“, „Soll ich es wirklich wagen?“, „Wäre es finanziell nicht sinnvoller in einer Festanstellung zu bleiben, auch wenn ich diese nicht leiden kann?“.

Nach der Gründung tauchen weitere Fragen auf: „Arbeite ich genügend?“, „Wie setze ich mir realistische Ziele?“, „Wie motiviere ich mich selbst?“, „Ich erreiche nur einen Teil meines Planes, warum?“.


Ängste kreativ nutzen

Ängste sind natürlich und gut. Sie besitzen ein kreatives Potenzial. Sie geben uns die Möglichkeit vorauszuplanen und Szenarien zu entwerfen. Sie können uns helfen.

Ängste können uns aber auch lähmen, wenn sie sich Gewitterwolken gleich am Himmel zusammenziehen und den letzten Lichtstrahl verdrängen. Plötzlich fühlen wir uns wie ein Schiffbrüchiger, der sich krampfhaft an eine Planke klammert und die endlos blaue Weite des Horizonts verzweifelt nach einem Küstenstreifen absucht. Jede Hoffnung scheint verloren.

Ängste sind Gefühle. Sie besitzen einen Bezug zur Realität. Es gibt eine gewisse statistische Wahrscheinlichkeit, dass sie eintreten. Mal ist sie höher, mal niedriger. Das hilft den Betroffenen allerdings wenig, um besser mit ihrer Angst umzugehen.

Wer der festen Überzeugung ist, dass das Ende der Welt bevorsteht, wird sich auch mit rationalen Argumenten nicht von seiner Ansicht abbringen lassen. Er wird all die Fakten nennen, die seine Perspektive bestätigen. Gegenargumente wird er ausklammern oder verwerfen.

Optimist, Pessimist oder einfach dankbar?

Die menschliche Sichtweise ist oft von einer dualen Perspektive geprägt. Das äußert sich besonders anschaulich in der Geschichte vom Wasserglas, das zur Hälfte gefüllt ist. Der Optimist sagt halbvoll, der Pessimist sagt halbleer. Sind das die einzig möglichen Sichtweisen? Sicherlich nicht. Trotzdem haben wir diesen Gegensatz verinnerlicht. Wir denken nahezu ausschließlich in Schwarz-Weiß-Perspektiven. Gut oder böse, halbleer oder halbvoll, alles oder nichts, erfolgreich oder erfolglos. Dabei spielt sich der größte Teil des Lebens in der Grauzone zwischen den Schwarz-Weiß-Extremen ab. Wäre es nicht einfach möglich, dankbar dafür zu sein, ein Glas und Wasser zu haben, anstatt sofort beurteilen zu müssen, wie viel unserer Ansicht nach darin enthalten ist?

Nutze deine Ängste

Können wir auch für unsere Ängste dankbar sein? Durchaus. Ängste bieten uns die Möglichkeit zu lernen. Wir können lernen mit ihnen besser umzugehen und sie zu nutzen. Der erste Schritt dazu ist, dass wir unsere Ängste aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Eine gute Übung dazu ist die sogenannte Tick-Tack-Methode, die dem Pendel einer Uhr nachempfunden ist.

1. Nimm ein Blatt Papier. Ziehe einen senkrechten Strich in der Mitte. Schreibe auf die linke Seite „Tick“, schreibe auf die rechte Seite „Tack“.

2. Notiere unter „Tick“ deine Ängste, Probleme, Sorgen und negativen Gedanken. Zum Beispiel: Was mache ich, wenn mein Geschäftsmodell nicht funktioniert und ich zu wenig Kunden bekomme?

3. Betrachte nun deine aufgeschriebenen Ängste und Probleme. Nimm dir Zeit. Untersuche, ob deine Ängste und Probleme irrationale Bestandteile besitzen und sich beispielsweise nur auf negative Aspekte konzentrieren und dadurch deine Sichtweise verzerren.

4. Wechsel nun zur „Tack“-Seite. Ersetze jede subjektive, negative Äußerung der „Tick“-Seite durch einen objektiven, positiven Gedanken, den du auf der „Tack“-Seite notierst.

Zum Beispiel: Mein Geschäftsmodell XY ist bereits erfolgreich umgesetzt worden. Laut Branchenverband gibt es folgende aktuelle Wirtschaftszahlen dazu. In meiner Stadt/Region kommen folgende Kunden in Frage. Mein Ansatz unterscheidet sich von der Konkurrenz durch folgendes Merkmal.

5. Vergleiche dein Ängste („Tick“) mit den objektiven Antworten („Tack“). Schau dir bei „Tick“ an, welcher Bestandteil dir am meisten Angst macht und am dringlichsten erscheint. Schau dir deine objektiven Angaben dazu bei „Tack“ an und was sich passend dazu sofort umsetzen lässt. Setze es sofort um.

Eine tägliche Tätigkeit

Ich hoffe, liebe Leserin und lieber Leser, dass ich dich mit dem heutigen Thema nicht zu sehr verschreckt habe. Ängste sind kein schönes Gefühl. Aber ebenso wie man aus Fehlern lernt, auch wenn sie nicht angenehm sind, besitzen Ängste ein unglaubliches Potenzial, das es zu entdecken gilt.

Der wichtigste Aspekt – im Leben wie im Unternehmertum – ist jedoch das regelmäßige Üben. Wähle eine Tätigkeit aus, die du jeden Morgen umsetzt. Wirklich jeden Tag. Das kann eine Meditation sein, das Umsetzen der Tick-Tack-Methode, um dich auf dringende Aufgaben zu konzentrieren oder einfach das Aufschreiben von fünf Dingen, für die du dankbar bist.

Starte mit dieser Tätigkeit in deinen Tag und mach sie zu deiner Gewohnheit. Beobachte wie sich dein Leben durch eine einzige Routine langsam verändert. Ich meditiere jeden Morgen für einige Minuten. Dafür wurde ich mit zahlreichen Ideen belohnt. Nicht alle sind grandios, aber dennoch eine wertvolle und bereichernde Erfahrung. Mich hat meine tägliche Meditation zur Idee für meine Talente-Cards und Werte-Cards inspiriert (Mehr dazu erfährst du hier: www.werte-cards.de). Die Karten haben mir bewusst gemacht, welche Werte, für mich entscheidend sind: Zeit und Konzentration.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren und Entwickeln deiner täglichen Routine. Du wirst überrascht sein, zu welchen Ergebnissen sie dich führt.

Viele Grüße
Volker

Zur Person:

Volker Baars (54) ist seit 16 Jahren als Unternehmer erfolgreich selbstständig tätig. Er gründete die Garantieschwimmschule Volker Baars und entwickelte eine besondere Methode, mit der Kinder und Erwachsene das Schwimmen innerhalb weniger Stunden erlernen. Rund 7.000 Kinder haben bis heute bei ihm schwimmen gelernt.

http://www.trotz-erziehung-erfolgreich.de/

Zusätzlich ist der diplomierte Sport-Lehrer (Schwerpunkt Sportwissenschaft und Sportpsychologie) als Coach, Redner und Autor tätig. 2016 erschien sein Buch „Trotz Erziehung erfolgreich“, in dem er seine Erfahrungen als selbstständiger Unternehmer mit allen Höhen und Tiefen beschreibt und sich vor allem mit der Auflösung negativer Glaubenssätzen beschäftigt.

Im Dezember 2017 wird Volker Baars ein sechstägiges Existenzgründer-Seminar auf Lanzarote im Vier-Sterne-Hotel veranstalten. Weitere Infos inklusive Frühbucher-Rabatt bis 1. September 2017 gibt es unter www.urlaubs-seminare.com.

http://urlaubs-seminare.de/

Wie du dich in 20 Minuten auf das Wesentliche konzentrierst

Liebe Leserin und lieber Leser,

das Thermometer nähert sich langsam der 30-Grad-Marke. Vor deinem Fenster herrscht strahlender Sonnenschein. Es ist das ideale Bade-Wetter. Du erinnerst dich an den Biergarten-Besuch mit Freunden im vergangenen Jahr. An die ausgelassene Stimmung, die kühlen Getränke und das leckere Essen. Das Surren deines Computers holt dich zurück in die Realität. Du sitzt in deinem Arbeitszimmer und versuchst dich auf deine Geschäftsidee zu konzentrieren. Dabei wärst du viel lieber an einem anderen Ort, zu dem deine Gedanken immer wieder abschweifen. Konzentration ist eine besondere Fähigkeit, um Aufgaben zu erledigen und Ziele zu erreichen. Konzentration ist wichtig. Trotzdem wird sie nirgends gelehrt. Weder in der Schule, noch am Arbeitsplatz. Jeder kann sich unter Konzentration etwas vorstellen. Mehr oder weniger. Der Duden definiert Konzentration als „hohen Grad der Aufmerksamkeit und der geistigen Anspannung, die auf eine bestimmte Tätigkeit gerichtet ist“. Das Online-Lexikon Wikipedia bezeichnet es als „willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit“. Doch wie verbessert man seine Konzentration?

20 Minuten Konzentration

Die meisten Tipps beschränken sich auf Teilaspekte. Eine gesunde Ernährung ist wichtig, eine angenehme Arbeitsatmosphäre, mehr Bewegung, sich kleine Belohnungen zwischendurch gönnen und die schwierigsten Aufgaben zuerst erledigen, da die Konzentration im Tagesverlauf nachlässt. Es gibt Untersuchungen, dass die menschliche Konzentration bereits nach 20 Minuten nachlässt. Das ist nicht gerade viel Zeit. Speziell, wenn vor dem Fenster auch noch Biergarten und Schwimmbad locken.

In meinem vierten Blog-Beitrag möchte ich dir heute einige Tipps geben, wie du dich bei deiner Existenzgründung auf das Wesentliche konzentrieren kannst und deine Konzentration auf spielerische Weise steigerst. Viel Spaß beim Lesen!

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Die richtige Dosis Konzentration

„Du musst dich mehr konzentrieren!“, „Wie lange dauert das noch, Sie sollten sich mehr auf Ihre Arbeit konzentrieren.“ Jeder von uns hat solche Sprüche mit Sicherheit schon einmal gehört. Von den Eltern, von Lehrern oder vom Chef. Konzentration scheint etwas Unangenehmes zu sein. Keiner sagt einem, wie sie funktioniert, aber jeder fordert sie ein. Es scheint eine Fähigkeit zu sein, zu der man sich willentlich zwingen muss. Etwas, das schnell nach Abwechslung verlangt. Kurz die Emails abrufen, nachschauen, was es Neues auf den Social Media-Kanäle gibt oder einen Kaffee holen. Die Anzahl der Ablenkungen ist umfangreich und verlockend. Dabei kann Konzentration – richtig dosiert – durchaus Spaß machen.

Konzentration durchs Weglassen

Konzentration ist meiner Meinung nach nicht nur die Fähigkeit, seine Aufmerksamkeit gezielt auf etwas zu richten, sondern sie lässt sich bereits vorab durch das Weglassen von Dingen steigern. Als Existenzgründer wirst du mit zahlreichen Bereichen konfrontiert. Je nach Umfang deiner Tätigkeit gehören dazu kaufmännische Betriebsführung, Buchführung, Kalkulation, Schriftverkehr, Steuern, rechtliche Belange, Kundenakquise, Vertrieb, Marketing sowie Produktentwicklung und Produktherstellung. Es ist ein Berg an Herausforderungen und Aufgaben. In einigen der genannten Bereiche wirst du tolle Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzen, in anderen nicht. Als dein eigener Chef hast du mehr Entscheidungsmöglichkeiten, du trägst nun allerdings auch die gesamte Verantwortung.

14 Stunden pro Tag?

Speziell Einzelgründer tendieren dazu, alle Aufgaben selbst erledigen zu wollen. Sei es aus Kostengründen oder aus einem falsch verstandenen Ehrgeiz heraus. Was bringt es dir allerdings, wenn du alle notwendigen Aufgaben selbst erledigst, 12 bis 14 Stunden pro Tag rackerst, am Ende aber kaum noch zu deiner eigentlichen Arbeit kommst, die dir Spaß macht, deinen Werten entspricht und dir Einnahmen generieren soll?

Auf jeden Fall keine Freude. Bei einem 12 bis 14 Stunden-Tag lässt deine Konzentration nach, du machst Fehler und dein Körper kann sich bei fortwährender Belastung auch nicht mehr richtig erholen. Zudem wird vermutlich auch deine Motivation sinken, besonders wenn erhoffte Einnahmen ausbleiben.

Bevor du dich also entschließt, alle wichtigen Bereiche deiner Existenzgründung selbst zu stemmen, solltest du ermitteln, wie gut du in den unterschiedlichen Bereichen bist. Dafür ist vor allem die Fähigkeit zur Selbstkritik erforderlich.

Plus und Minus

1. Notiere auf einen Zettel alle relevanten Bereiche deiner Existenzgründung, bspw. Buchführung, Marketing, Steuern etc. Schreibe nun neben jedem Bereich deine Kenntnisse und Fähigkeiten unter einem Pluszeichen auf sowie unter einem Minuszeichen alle deine nicht vorhandenen Fähigkeiten.

Auf diese Weise kannst du dir einen ersten Überblick über deine Fähigkeiten im jeweiligen Bereich verschaffen.

Spaßfaktor – von grauenvoll bis orgiastisch

2. Beurteile nun jeden Bereich mit einem Spaßfaktor von 1 bis maximal 10. Das bedeutet: Schreibe neben den jeweiligen Bereich, wie viel Spaß es dir machen würde, dir die fehlenden Fähigkeiten und Kenntnisse darin anzueignen. Die Zahl 1 steht für „grauenvoll“, die Zahl 10 für ein nahezu „orgiastisches Erlebnis“.

Der Konzentrations-Praxis-Test mit Stoppuhr

3. Bestimme nun die Bereiche, in denen du einige Kenntnisse besitzt und deren Erweiterung dir Spaß machen würde. Prinzipiell kannst du natürlich auch einen Bereich wählen, in dem du über gar keine Kenntnisse verfügst, aber von dem du annimmst, dass er dir Spaß macht. Überlege dir nun eine relevante Aufgabe, die du sofort in diesem Bereich bearbeiten kannst. Zum Beispiel: Du willst deine Marketing-Fähigkeiten verbessern und ein Social Media-Konzept erarbeiten.

Darin könnten folgende Fragen beantwortet werden: Welche Kanäle möchte ich nutzen, wie sollen meine Botschaften lauten, wie oft möchte ich etwas posten, wie oft möchte ich am Tag meine Social Media-Kanäle überprüfen, wozu möchte ich meine Social Media-Kanäle einsetzen, bspw. zum Verkauf oder zum Markenaufbau oder zu beidem, etc.?

4. Nimm eine Stoppuhr, einen Küchenwecker oder dein Smartphone. Stelle einen Zeitraum von 20 Minuten ein und aktiviere die Zeit. Arbeite 20 Minuten konzentriert an deiner Aufgabe. Schreibe am Ende der 20 Minuten auf, wie sich die Arbeit für dich angefühlt hat, ob es dir leicht oder schwer gefallen ist, dich zu konzentrieren, ob es dir Spaß gemacht hat, und ob du dir vorstellen könntest, eine solche Tätigkeit täglich etwa 1,5 Stunden auszuführen.

Auf diese Weise kannst du alle Bereiche, die für dich in Frage kommen, durchgehen und schon einmal aussortieren oder in deine engere Tätigkeitsauswahl aufnehmen. Sollte dir übrigens keine konkrete Aufgabe zu einem Bereich einfallen, die du 20 Minuten lang bearbeitest, kannst du natürlich auch einfach anfangen, dich in die entsprechende Tätigkeit einzulesen oder dir ein Video anschauen oder dir notieren welche Quellen du zum Wissenserwerb nutzen möchtest.

Der finanzielle Aspekt

5. Du hast nun alle Tätigkeiten bestimmt, die dir Spaß machen und in denen du dein Wissen ausbauen möchtest. Überlege dir nun, wie viel Zeit du darin pro Tag investieren möchtest. Und überlege dir gleichzeitig, wie viel dich dieser Zeitaufwand pro Stunde kosten wird. Schließlich kannst du während deines Wissens-Erwerbs nicht nebenher an deiner Haupttätigkeit arbeiten, die deinen Werten entspricht und Einnahmen generiert.

6. Überlege dir nun, ob sich die Zeit, die du in deinen Wissens-Erwerb investierst, rentiert. Frage dich selbst: Was kann ich in einem Jahr mit dem Wissen anfangen und wie aktuell ist es dann? Was in fünf Jahren und was in zehn Jahren? Und wie viel Spaß wird es dann machen und wie viel Zeit benötigen?

7. Du hast dich für Tätigkeiten entschieden, die du selbst bearbeiten willst. Recherchiere nun, was dich das Auslagern der Tätigkeiten pro Stunde kosten wird, die du nicht selbst übernehmen willst, bspw. Steuerberater, Marketing etc. Hol dir einige Angebote ein. Bestimme wie viele Stunden du den externen Anbieter pro Monat einsetzen willst. Schlage sicherheitshalber einen Puffer von 15 Prozent auf die Stundenanzahl auf. Addiere nun die benötigten Beträge pro Monat zu deinen angepeilten monatlichen Einnahmen hinzu und ermittle deinen neuen Stundenverdienst daraus.

Auf diese Weise bestimmst du einen realistischen Stundensatz, der dir den Einsatz externer Anbieter und die Konzentration auf all jene Aufgaben ermöglicht, die dir Spaß machen und Geld bringen.

Wo finde ich entsprechende Anbieter?

Ich nutze zum Beispiel gerne das Komponentenportal von Professor Faltin. Aber natürlich gibt es viele unterschiedliche Anbieter. Ob im Telefonbuch, in Branchenverzeichnisse oder über Online-Suchen. Auch in Verbraucherzentralen oder über Fachzeitschriften kannst du dich informieren.

Zum Abschluss: Ich hoffe, dass ich dir aufzeigen konnte, dass Konzentration nicht nur bei der Arbeit, sondern schon im Vorfeld wichtig ist. Den Einsatz einer Stoppuhr mit einer Zeit von jeweils 20 Minuten kann ich dir nur empfehlen. Auf diese Weise kannst du leicht überprüfen, wie konzentriert du gearbeitet hast, wie viel Spaß es dir gemacht hat, wie viel Zeit du bislang in eine Aufgabe investiert hast und welcher Zeitaufwand noch vor dir liegt.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren. Bis zum nächsten Mal. Dann verrate ich dir, wie du mit schwierigen Situationen als Unternehmer, vor allem mit deinen Ängsten, umgehen kannst.

Viele Grüße
Volker

Wann es Zeit wird, bei deiner Geschäfts-Idee den Stecker zu ziehen

Liebe Leserin und lieber Leser,

sobald du in die Selbstständigkeit startest, wirst du ihnen mit einer gewissen Regelmäßigkeit begegnen. So wie es Gezeiten und Jahreszeiten gibt, werden auch sie immer wieder auf dich zukommen: Durststrecken. In den unterschiedlichsten Formen. Planungen lassen sich nicht wie gewünscht realisieren, Hindernisse treten auf, Entwicklungen verzögern sich.

Das fängt bei kleinen Dingen an, wie zum Beispiel der zeitnahen Veröffentlichung eines Blog-Beitrags, und reicht bis zu großen, kräftezehrenden Herausforderungen, die ein intensives Handeln erfordern. In solchen Phasen ist es wichtig, dass deine Selbstständigkeit mit deinen Werten, Talenten und Neigungen übereinstimmt.

Willst du dich tierisch verbiegen?

Ich werde immer wieder gefragt, ob es nicht sinnvoller ist, sich eine selbstständige Tätigkeit zu suchen, die vielleicht nicht unbedingt den eigenen Werten entspricht, aber finanziell wesentlich lukrativer erscheint. Aus meiner Erfahrung kann ich davon nur abraten. Wenn du dich erst tierisch verbiegen musst, um deine selbstständige Tätigkeit auch in Krisenzeiten fortzuführen, dann wirst du wiederkehrende Durststrecken auf Dauer nicht bewältigen können. Deshalb sind deine Werte enorm wichtig. Wie du deine Werte ermitteln kannst, habe ich in der zweiten Folge meiner Blog-Serie beschrieben. Du kannst es hier nachlesen.

In der dritten Folge verrate ich dir heute, was du tun kannst, wenn deine Produkt- oder Dienstleistungs-Idee keine Interessenten findet, wie du Geschäfts-Ideen besser an deine Zielgruppe anpasst und wann es an der Zeit ist, bei einer Idee den Stecker zu ziehen. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen!

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Kannst du die Realität akzeptieren?

Für die Tätigkeit als selbstständiger Unternehmer gibt es drei Grundwerte, die meiner Ansicht nach entscheidend sind. Es sind Eigenschaften und Fähigkeiten, die altbacken klingen mögen, die aber auch in Zukunft ihre Gültigkeit behalten werden. Diese Grundwerte sind Disziplin, Ausdauer und die Akzeptanz der Realität.

Was ich damit meine? Stell dir folgende Entwicklung vor: Du hast dein Produkt oder deine Dienstleistung an deiner Zielgruppe getestet. Das Feedback war positiv. Du hast dir einen Starttermin gesetzt und hast dein Produkt auf den Markt gebracht. Dein Ziel ist es, im ersten Monat 3.000 Euro mit deiner Geschäfts-Idee einzunehmen. Nach dem zweiten Monat haben deine Einnahmen noch immer keine signifikante Höhe erreicht. Du hast ausdauernd und diszipliniert für dein Produkt gerackert. Der erwartete Erfolg ist jedoch ausgeblieben.

Was kannst du jetzt tun?

Ein Grund für den mangelnden Erfolg könnte sein, dass das Design deines Produktes oder deine Dienstleistung noch nicht vollständig ist. Möglicherweise hast du Schlüsselpartner vergessen oder du bist von falschen Annahmen ausgegangen. In einem solchen Fall ist es sinnvoll, wenn du dir eine Auszeit nimmst, und das Design und Konzept deines Produktes schrittweise durchgehst. In welchen Bereichen könntest du Optimierungen vornehmen, wie lässt sich eine gesteigerte Nachfrage erzeugen, welche Marketingmaßnahmen könntest du zusätzlich nutzen?

Was ist deine große und neue Geschäfts-Idee?

Zudem solltest du dich fragen, was der große und neue Aspekt deiner Geschäfts-Idee ist. Was macht dein Produkt und deine Dienstleistung einmalig? Idealerweise solltest du dir diese Frage natürlich schon vor dem Beginn deiner Selbstständigkeit gestellt haben. Arbeite mithilfe dieser Frage dein Design durch. Kontaktiere deine bisherigen Kunden, insofern dies möglich ist, frage sie, was ihnen an deinem Produkt gefallen hat und was nicht. Nimm das Feedback mit in deine Überlegungen auf. Entscheide dich für Veränderungen und setze sie zeitnah um. Lege zudem ein zeitliches Limit für deine weitere selbstständige Tätigkeit fest, beispielsweise ein bis drei Monate.

Jetzt wird es Zeit, den Stecker zu ziehen

Falls du trotz deiner Design-Veränderungen bis dahin deine Einnahmen nicht signifikant steigern und mindestens 2.000 Euro pro Monat erreichen konntest, dann gehe noch einmal deine Zahlen durch. Betrachte deine Einnahmen und Ausgaben. Schau dir an, wie das prozentuale Wachstum deiner Geschäfts-Idee über die Monate verlaufen ist. Wenn die Zahlen keine Wende erkennen lassen, dann zieh den Stecker. Das mag schmerzhaft sein. Aber was soll dir eine Geschäfts-Idee bringen, die dich frustriert und letztlich nur Geld kostet. Die Grundlage einer erfolgreichen Selbstständigkeit sind die Einnahmen. Einnahmen lassen sich messen. Orientiere dich bei deiner Entscheidung an der Realität. Orientiere dich an nüchternen Zahlen und Fakten. Viele Leute verweigern sich der Realität. Sie setzen auf Hoffnungen und Träume. Vielleicht kommt ja doch noch der Umschwung, vielleicht wird alles besser. Für eine erfolgreiche Selbstständigkeit ist eine solche Haltung kontraproduktiv.

Wie du das Beste aus einer erfolglosen Geschäfts-Idee machst

Zieh den Stecker bei deinem Produkt. Schau dir an, welche Teilbereiche möglicherweise gut gelaufen sind und funktioniert haben. Lässt sich eventuell daraus eine Geschäft-Idee entwickeln? Was wäre der große, neue Aspekt dabei? Kontaktiere deine Kunden und frage sie, wie wichtig dieser Teilbereich für sie ist und was er ihnen wert wäre.

An deiner Geschäfts-Idee hat überhaupt nichts wirklich gut funktioniert und du hattest auch keine Kunden? Dann wähle den umgekehrten Ansatz. Kontaktiere potenzielle Kunden und frage, in welchem Bereich sie Unterstützung gebrauchen könnten? Ermittle, welche gemeinsamen Bedürfnisse sie haben. Frage sie, was am wertvollsten für sie wäre und welchen Betrag sie dafür im Jahr ausgeben würden?

Eine schlechte Geschäfts-Idee ist keine Schande

Über diesen Ansatz kannst du ermitteln, ob zumindest eine gewisse Nachfrage besteht. Denn manchmal finden Geschäfts-Ideen einfach keine Kundschaft oder sind schlichtweg schlecht. Das ist keine Schande.

Die Fähigkeit, die Realität zu akzeptieren und sich einzugestehen, dass etwas nicht geklappt hat, ist eine wichtige Erfahrung und Eigenschaft, um erfolgreich selbstständig zu sein und die eigenen Werte beruflich passend umsetzen zu können.

Schließlich soll deine selbstständige Tätigkeit erfüllend und nicht frustrierend sein.

In der vierten Folge meiner Blog-Serie werde ich dir verraten, wie du Teilbereiche deiner Selbstständigkeit auslagerst und dich nicht mit zu vielen Aufgaben überlastest. Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche.

Viele Grüße
Volker

Was ist jetzt los?

Liebe Leserin und lieber Leser,

der aktuelle Blog-Beitrag dauert diesmal leider etwas länger. Als Blogger wie auch als Unternehmer hat man immer wieder mit unerwarteten Herausforderungen zu kämpfen.

Um euch die Wartezeit bis zur dritten Folge meiner Blog-Serie zu versüßen, poste ich anbei ein Video zu einem tollen Vortrag von Professor und Unternehmensgründer Günter Faltin. Er spricht über das Thema „Was macht Deine Gründung erfolgreich?“ und bietet viele tolle Anregungen.

Die dritte Folge meiner Blog-Serie wird bald online gehen. Viel Spaß beim Anschauen.

Viele Grüße
Volker

 

Wie du mithilfe deiner Werte ein Produkt entwickelst und Kunden findest

Liebe Leserin und lieber Leser,

herzlich willkommen zur zweiten Folge meiner zehnteiligen Blog-Serie. Im heutigen Beitrag zeige ich dir, welche Bedeutung deine Werte für eine erfolgreiche Selbständigkeit haben, wie du mithilfe deiner Werte Ideen für ein Produkt oder eine Dienstleistung entwickelst und wie du deine Idee an deiner Zielgruppe testest. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen!

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„Was sind deine Werte?“ Wenn ich diese Frage bei meinen Coachings stelle, erhalte ich sehr unterschiedliche Antworten. „Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Geld, Freundschaft, Macht, Liebe etc.“ Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Menschen sind verschieden, ihre Werte sind es auch. Eines ist den meisten Menschen jedoch gemeinsam: Wir alle glauben, dass wir unsere Werte kennen. Werden wir nach unseren Werten gefragt, dann müssen wir nicht lange nachdenken, um sie zu nennen.

Doch eine Frage stellen wir uns kaum. „Sind das wirklich meine Werte?“ Oder handelt es sich vielmehr um Werte, die mir als meine Werte vermittelt wurden? Durch meine Eltern, durch die Schule, durch meinen Chef, durch die Aussagen meiner Arbeitskollegen, durch meine Freunde, durch Medien, durch staatliche Institutionen, durch religiöse Vorstellungen, durch die Erfahrungen anderer Menschen?

Deine Werte sind nicht meine Werte

Mein Vater war in russischer Kriegsgefangenschaft. Dort hat er gelernt: Wer sich unterordnet, überlebt. Diese Erfahrung hat ihn ein Leben lang geprägt. Er hat sie an mich weitergegeben. Er wollte mich schützen. Seine Erfahrung hat ihm gezeigt: Sich anzupassen ist ein Wert, der beim Überleben hilft.

Ich habe diesen Wert verinnerlicht. Ich habe ihn jahrelang umgesetzt und gelebt. Ich habe mich nie quergestellt. Mein Chef hat mich angeschrien.  Ich habe nicht aufgemuckt. Für meinen Vater war der Wert „Anpassung“ überlebenswichtig. Für mich war er ein Hindernis.  Erst als ich mich gewehrt und meinen Job wegen eines Tippfehlers hingeworfen habe, konnte ich mich von diesem Wert lösen. Die „Anpassung“ war nie mein Wert gewesen. Trotzdem hatte ich sie jahrelang gelebt.

Die eigenen Werte entdecken

Ein ähnliches Ergebnis habe ich oft bei meinen Coaching-Klienten. Ich lasse sie mit meinen Werte-Cards arbeiten. In mehreren Schritten bestimmen sie ihre zwei wichtigsten Werte. Am Ende kommen meist andere Werte heraus, als sie erwartet hätten. Doch diese neu entdeckten Werte machen Sinn. Sobald meine Klienten darüber nachdenken, entdecken sie ganz viele Anknüpfungspunkte in ihrem Leben. Punkte, an denen diese Werte eine zentrale Rolle spielen.

Auch mein Ergebnis bei den Werte-Cards hat mich überrascht. Meine Werte sind „Zeit“ und „Einfachheit“.  Doch sie stimmen. Ich mag es, Dinge möglichst einfach zu gestalten. Deshalb lernen die Teilnehmer in meinen Erwachsenen-Schwimmkursen das Schwimmen nicht innerhalb von vier Wochen, sondern an einem Tag. Die Methoden, die ich dafür entwickelt habe, sind einfach. Warum soll man Dinge unnötig kompliziert machen? „Einfachheit“ ist die Konzentration auf den wichtigsten Aspekt.

Gleich wichtig: Geld und Werte

Welche Werte sind dir wichtig? Kannst du deine Werte in deinem Job umsetzen? Welche Werte soll deine Arbeit erzeugen? Und welche Werte sollen deine Kunden wichtig sein? Oftmals konzentrieren wir uns zu sehr auf finanzielle Aspekte. Geld ist die Grundlage deiner Selbstständigkeit. Eine Selbstständigkeit, bei der du deine Werte nicht berücksichtigst, wird genauso wenig erfolgreich sein wie eine Selbstständigkeit, die deinen Werte entspricht, aber das Finanzielle vernachlässigt.

Anregungen:

Ermittle deine Werte

1. Nimm dir eine halbe Stunde Zeit. Notiere 30 Werte, die dir wichtig sind. Reduziere sie dann schrittweise, bis nur noch zwei Werte übrig sind. Überlege dir, in welchen Bereichen diese Werte eine Rolle für dich spielen.

Ermittle die Werte deiner Kunden

2. Schau dir die 30 Werte, die du notiert hast an. Welche dieser Werte sollen deinen zukünftigen Kunden wichtig sein? Wähle maximal fünf Werte aus. Es müssen nicht die gleichen Werte sein, die dir wichtig sind.

Entwickle ein Angebot und einen Preis

3. Überlege dir, welches Produkt oder welche Dienstleistung zu deinen Werten und den Werten deiner Kunden passt.

4. Sobald du dir ein konkretes Produkt oder eine konkrete Dienstleistung überlegt hast, bestimmst du den Preis. Wie teuer soll deine Dienstleistung oder dein Produkt sein?

Finde deine Zielgruppe

5. Überlege dir, wie dein Kunde aussieht, welches Alter er hat, welche Hobbys, welches Einkommen, wo er einkauft, wo er seine Freizeit verbringt.

Teste deine Idee

6. Kontaktiere deine Zielgruppe:

Für Mutige: Begib dich an einen Ort, an dem sich Personen deiner Zielgruppe aufhalten. Such dir diejenigen aus, die nicht gestresst wirken. Sprich sie an und bitte sie nach einem leichten Gesprächseinstieg  um ihre Einschätzung. Zum Beispiel: „Ich nehme an, dass Sie sich für das Thema XY interessieren. Ich hatte neulich eine interessante Idee, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie wirklich gut ist. Dürfte ich Sie kurz nach Ihrer Meinung fragen?“ Umreiße die Idee mit zwei Sätzen. Frage, was sie von der Idee halten. Wie viel sie dafür bereit wären zu zahlen und ob sie vielleicht einen Einfall hätten, wie man die Idee verbessern könnte. Auf diese Weise bekommst du schon mal einen direkten Kontakt zu deiner Zielgruppe und ein Gefühl dafür, wie die Leute deine Idee wahrnehmen. Zusätzlich verbesserst du deine kommunikativen Fähigkeiten.

Für noch nicht ganz so Mutige: Such dir aus deinem Bekanntenkreis Leute aus, die zu deiner Zielgruppe gehören. Stelle ihnen die Idee vor, erwähne aber nicht, dass sie von dir kommt. Sag lieber: „Ein Freund von mir hatte folgende Idee XY. Ich finde sie ja etwas ausgefallen. Was hältst du davon?“ Auf diese Weise bekommt man eine verhältnismäßig objektive Antwort. Wenn deine Bekannten und Freunde dagegen wissen, dass die Idee von dir stammt, werden sie sich vermutlich zurückhalten oder die Idee milder beurteilen, da sie dich mit ihrer Kritik nicht verletzen wollen.

Für Leute, die lieber online sind: Falls du deine Idee nicht im persönlichen Gespräch testen möchtest, dann suche dir ein paar Foren oder Facebook-Gruppen heraus, in denen sich deine Zielgruppe aufhält. Bring dich in die Diskussionen ein. Sobald dich die Leute in der Gruppe etwas kennen, kannst du Kontakt mit einzelnen Mitgliedern aufnehmen. Tausche dich mit ihnen aus und stelle ihnen dann irgendwann deine Idee vor bzw. die Idee eines Freundes und bitte sie um ihre Einschätzung.

Selbst verständlich kannst du auch alle diese Methoden kombinieren. Wichtig ist, dass du ein Gespür für deine Zielgruppe bekommst, die deine Werte teilt, und testen kannst, ob für deine Idee Interesse besteht und welchen Preis die Leute bezahlen würden.

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In der nächsten Folge verrate ich dir, welche Werte für jeden Unternehmer von zentraler Bedeutung sind, was du machen kannst, wenn deine Produkt- oder Dienstleistungs-Idee keine Interessenten findet und wie du deine Fähigkeit, Ideen zu entwickeln, verbesserst.

Ich freue mich auf dich am nächsten Sonntag!

Meine Werte-Cards, die dir bei der Ermittlung deiner wichtigsten Werte helfen, bekommst du auf www.werte-cards.de.

Mein Buch „Trotz Erziehung erfolgreich!“, in dem ich meinen Werdegang zum erfolgreichen Unternehmer mit vielen persönlichen Anekdoten durch alle Höhen und Tiefen schildere, findest du hier.

Ich wünsche dir einen schönen und erholsamen Feiertag!

Viele Grüße
Volker

Wie ich für einen Tippfehler meinen Job hinschmiss

Liebe Leserin und lieber Leser,

herzlich willkommen zur ersten Folge meiner zehnteiligen Blog-Serie. Heute erzähle ich dir, wie mich ein besonderes Gefühl in meiner Selbstständigkeit unterstützt hat. Am Ende des Artikels präsentiere ich dir außerdem zwei Anregungen, mit denen du den ersten Schritt in Richtung deiner Selbstständigkeit unternehmen kannst. Viel Spaß beim Lesen!

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Ein Jahr lang habe ich mich abgequält. Tag für Tag. Obwohl mir meine Arbeit keinen Spaß mehr machte. Trotzdem ging ich jeden Morgen ins Büro. Davor spielte sich meist die gleiche Szene ab. Ich sagte zu meiner Frau: „Das ist so frustrierend. Ich gehe da nicht mehr hin.“ Ihre Antwort kannte ich schon. Sie kam mit der gleichen Regelmäßigkeit wie meine Ankündigung. „Komm schon. Du verdienst gut und wir haben gerade ein Haus gekauft“, sagte sie. Also ging ich ins Büro. Wir brauchten das Geld. Was sollte ich sonst auch machen?

Etwa drei Jahre zuvor hatte ich bei einer schwäbischen Krankenkasse eine Festanstellung angenommen. Als Sportlehrer organisierte ich mit meinen Kollegen Gesundheitsangebote für die Mitglieder. Rückenschulkurse gehörten dazu. Der Job machte mir Spaß. Ich verdiente 2.500 Mark brutto im Monat.

Gleiches Gehalt, neue Tätigkeit

Nach zwei Jahren wurde das Gesundheitsangebot ersatzlos gestrichen.  Meinen Kollegen und mir wurde eine neue Tätigkeit angeboten. Für das gleiche Gehalt sollten wir nun als Betriebsberater arbeiten. Das bedeutete vor allem: Mitglieder von anderen Krankenkassen abwerben. Das war überhaupt nicht mein Gebiet. Trotzdem nahm ich das Angebot an. Ich brauchte das Geld und ich mochte Herausforderungen. Ich gab mir Mühe und versuchte meine Ergebnisse zu verbessern. Im Vergleich zu Gesundheitsberatern aus anderen Städten, da bin ich mir heute rückblickend sicher, habe ich sogar relativ viele Mitglieder geworben. Es half nur nichts. Für meinen Chef waren es immer zu wenig geworbene Mitglieder. Zudem hatte er ein cholerisches Temperament.

Jeden Abend brüllte er mich an: „Wo sind die Aufnahmeanträge? Haben Sie den ganzen Tag nur geschlafen?“. Dabei spielte es auch keine Rolle, ob ich gerade im Gespräch mit Kunden war. Er schrie mich einfach an. Abend für Abend. Vielleicht war das seine Vorstellung von Mitarbeiter-Motivation. Mich frustrierte sie nur. Aufgemuckt habe ich nie. Ich war angepasst. Dementsprechend lauteten meine Antworten stets: „Sie haben Recht. Ich gebe mir Mühe. Es wird nicht wieder vorkommen“.

Im Urlaub ins Büro

Ich wurde immer genervter. Umso dankbarer war ich für jeden Urlaubstag, den ich nehmen konnte. Gleichzeitig wollte ich meinen Job aber auch bestmöglich machen. Eine wichtige Terminsache musste erledigt werden. Vor dem Urlaub war ich nicht mehr dazugekommen. Ich entschied mich, während meines Urlaubs ins Büro zu gehen und 300 Briefe auszudrucken, einzutüten und für den Versand fertig zu machen.

Ich war fast fertig, als die Tür aufging und mein Chef ins Büro kam. In der Hand hielt er einen meiner Briefe. Er deutete darauf. „Da ist ein Schreibfehler“, sagte er.  In einem Wort stand statt eines „e“ ein „a“. Ich hatte mich vertippt. „Nochmal machen!“, schrie mein Chef.

In diesem Moment verspürte ich eine unglaubliche Wut. Ich stand auf und sagte zu meinem Chef: „Du kannst mich mal. Das ist kein Spaß.“ Ich nahm meine Jacke, öffnete die Büro-Tür, holte stark aus und knallte sie hinter mir zu. An meinen Arbeitsplatz bei der Krankenkasse kam ich nie wieder zurück.

Noch am gleichen Abend klingelte das Telefon. Arbeitskollegen waren dran. „Bist du wahnsinnig? Komm zurück, das kannst du doch nicht machen.“ Meine Antwort fiel knapp aus: „Doch, das kann ich machen.“ Ich kündigte.

Von Null auf Hundert

Ich hatte keinen Job und keine Einnahmen, aber meine Wut gab mir eine unglaubliche Energie. 2500 Mark hatte ich brutto bei der Krankenkasse verdient. Um meinen bisherigen Lebensstil fortführen und die monatlichen Raten fürs neu gekaufte Haus bezahlen zu können, benötigte ich mindestens den gleichen Betrag. Ich setzte mir 3000 Mark Monatsverdienst als Ziel. Ich überlegte mir, wie viele Stunden ich dafür im Monat arbeiten wollte. Ich kalkulierte alles durch. Dann setzte ich mich hin und gestaltete ein DIN A4-Plakat. Als ehemaliger Leistungsschwimmer und Sportlehrer entschied ich mich dafür, Kinder-Schwimmkurse anzubieten.

Auf das Plakat schrieb ich, dass ich Kindern das Schwimmen innerhalb von einer Woche beibringe. Ich hatte keine Ahnung, ob das überhaupt möglich war. Aber ich wollte etwas Besonderes anbieten. In Konkurrenz zu 12-Wochen-Kinderschwimmkursen zu gehen, die damals für 40 Mark angeboten wurden, machte keinen Sinn.

Mehr Verdienst als in der Festanstellung

Ich hängte das Plakat im Kindergarten meiner Töchter auf. Es gab acht Anmeldungen. Innerhalb von einer Woche brachte ich fünf- und sechsjährigen Jungen und Mädchen das Schwimmen bei. Die Methodik meines Kurses war alles andere als ausgefeilt. Aber es funktionierte. Mein Erfolg sprach sich herum. Es kamen weitere Kurse zustande. Zusätzlich warb ich in anderen Kindergärten. Ich verfeinerte die Methoden meines Kurses. Ich hatte eine unglaubliche Energie, die durch meine Wut über den gekündigten Job befeuert wurde. Um mich finanzieren zu können, benötigte ich bei vier Wochen im Monat mit jeweils sechs angesetzten Arbeitstagen zwei bis drei Kinderschwimmkurse pro Tag. Dafür ackerte ich. Und ich schaffte es.

Innerhalb des ersten Monats verdiente ich den gleichen Betrag mit Kinderschwimmkursen wie in meiner Festanstellung, im zweiten Monat erreichte ich die 3000 Mark und hatte damit ein höheres Einkommen als bei der Krankenkasse.

Im ersten Monat war ich beim Arbeitsamt. Ich hätte die Möglichkeit auf Überbrückungsgeld gehabt. Die Mitarbeiterin holte alle möglichen Formulare für den Antrag hervor. Sie sagte mir, dass ich am Donnerstagnachmittag noch einmal vorbeischauen sollte. Doch da hatte ich meinen Kinderschwimmkurs. Ich bin nie wieder ins Arbeitsamt gegangen.

Fazit und Anregung

Liebe Leserin und lieber Leser,

jetzt kennst du den Beginn meiner Selbstständigkeit. Zwei Dinge habe ich aus meiner persönlichen Erfahrung gelernt. Daran orientiert sich auch mein Ansatz als Existenzgründer-Coach.

1. Mir hat meine Wut über die gekündigte Festanstellung eine unglaubliche Energie gegeben, um das vermeintlich Unmögliche zu schaffen.

2. Die Basis jeder Selbstständigkeit sind die Einnahmen. Deshalb stehen sie in meinem Ansatz „3000 plus“ an oberster Stelle. Ohne Geld funktioniert keine Selbstständigkeit. Das mag banal klingen. Ich habe jedoch schon viele Leute erlebt, die sich selbstständig gemacht haben, ohne davor ihren finanziellen Bedarf zu ermitteln. Um Kundschaft anzulocken, boten sie ihre Dienstleistungen und Produkte zu niedrigen Preisen an, die eine dauerhaft erfolgreiche Existenz einfach unmöglich machten.

Deshalb wären meine heutigen Anregungen für dich:

1. Überlege dir bis zur nächsten Woche, welche Gefühle und Umstände dich motivieren würden, um in deiner Selbstständigkeit volle Power zu geben? Was könnte dich befeuern?

2. Überlege dir anschließend, wie viel du mit deiner selbstständigen Tätigkeit verdienen möchtest? Wie viele Tage in der Woche und Stunden am Tag möchtest du arbeiten? Wie viel Urlaub möchtest du nehmen? Mit welchen Krankzeiten rechnest du? Nimm alles in deine Kalkulation auf und ermittle deinen Stundenverdienst und Monatsverdienst.

Ein Tipp: Wenn du aktuell in einer Festanstellung arbeitest und das Gleiche wie dort verdienen möchtest, dann musst du den doppelten Betrag deines Netto-Verdienstes in der Selbstständigkeit verdienen. Wenn du beispielsweise jeden Monat 1500 Euro aufs Konto bekommst, benötigst du mindestens 3.000 Euro Brutto-Einnahmen.

Du hast noch keine Ahnung, was du überhaupt in deiner Selbstständigkeit machen sollst? Dann schau doch einfach am kommenden Sonntag, 30. April, wieder hier im Blog vorbei. Ich werde dir zeigen, wie du Ideen entwickelst, die zu deinen Talenten passen und wie du testen kannst, ob für deine Idee überhaupt eine Nachfrage besteht.

Bis dahin wünsche ich dir eine tolle Zeit!

Weitere Erfahrungen aus meinem persönlichen und beruflichen Werdegang kannst du in meinem Buch „Trotz Erziehung erfolgreich!“ nachlesen (hier).

Welche persönlichen Neigungen und Werte du besitzt, kannst du mit meinen Werte-Cards herausfinden (hier).

Viele Grüße
Volker

Die beste Kurzschlussreaktion meines Lebens

Liebe Leserin und lieber Leser,

herzlich willkommen in meinem Blog. Mein Name ist Volker Baars. Ich bin 53 Jahre alt und seit 16 Jahren erfolgreich als Einzelunternehmer tätig. Dabei war meine Entscheidung in die Selbstständigkeit zu gehen eine Kurzschlussreaktion. Es war meine beste berufliche Entscheidung.

Als Einzelunternehmer ab dem ersten Monat erfolgreich

In diesem Blog möchte ich dir zeigen, wie es mir gelungen ist, innerhalb des ersten Monats als Einzelunternehmer erfolgreich zu sein und mit smartem Arbeiten, darunter verstehe ich effizienten Arbeitseinsatz, durchdachtes Marketing und Experimentierfreudigkeit, mehr als in meiner vorherigen Festanstellung zu verdienen.

Ich bin der Überzeugung, dass auch du in der Lage bist, ein fundiertes Konzept zu erarbeiten, das dir eine selbstständige Tätigkeit ermöglicht, bei der du bereits ab dem ersten Monat brutto 3000 Euro plus verdienst. Eine Garantie kann ich dir dafür nicht geben. Ich stelle dir jedoch die Methoden vor, die mir zu einem solchen Erfolg verholfen haben.

Zielorientiert arbeiten, einfache Lösungen gestalten

Mein Konzept ist für Einzelunternehmer geeignet, die ohne großen finanziellen Aufwand erfolgreich sein wollen. Wenn du eine Selbstständigkeit planst, bei der du hohe Investitionssummen für Maschinen, Materialeinsatz und Waren benötigst, dann bin ich der falsche Ansprechpartner für dich.

Meine Stärke ist es, fokussiert und zielorientiert zu arbeiten und Lösungen möglichst einfach zu gestalten. Einfachheit zieht sich wie ein roter Faden durch meine berufliche Selbstständigkeit. Denn oftmals, das ist meine Erfahrung, sind bereits die Denkansätze und Vorannahmen für eine Selbstständigkeit derart kompliziert und unnötig detailreich, dass sie nicht für Klarheit sorgen, sondern von den entscheidenden Punkten ablenken.

Zehn Wochen lang Tipps und Methoden

Mein Ansatz setzt auf Transparenz. Ich lade dich ein, mich auf der Reise in die Selbstständigkeit zu begleiten. Ab Sonntag, 23. April, werde ich jeweils wöchentlich einen neuen Blog-Beitrag veröffentlichen. In zehn Folgen erzähle ich dir meine persönliche Geschichte mit allen Höhen und Tiefen. Ich werde dir Methoden vorstellen, die mir geholfen haben und ich werde dich einladen, selbst aktiv zu werden.

Denn, wenn es eines gibt, das einen erfolgreichen Unternehmer von einem erfolglosen Unternehmer unterscheidet, dann ist es eine einfache Sache: Konzentration. Ich freue mich auf unsere erste ausführliche Begegnung am Sonntag, 23. April, hier im Blog.

Falls du Fragen an mich hast, kannst du mir gerne eine E-Mail schreiben. Du erreichst mich unter: coaching@volker-baars.de

Meine Projekte

Wenn du die Zeit bis zum ersten Blog-Beitrag überbrücken möchtest, kannst du gerne einen Blick auf meine Projekte werfen. Infos zu meiner Schwimmschule, mit der ich vor 16 Jahren in die Selbstständigkeit gestartet bin, findest du auf www.schwimmen-lernen.de.

Meine beruflichen und persönlichen Erfahrungen habe ich in meinem Buch „Trotz Erziehung erfolgreich!“ verarbeitet. Darin stelle ich bereits zahlreiche meiner Methoden vor. Das Buch bekommst du hier, weitere Infos gibt es im Video sowie auf www.trotz-erziehung-erfolgreich.de.

Deine persönlichen Neigungen und Werte, die die Basis deiner Selbstständigkeit bilden sollten, kannst du mit meinen Werte-Cards herausfinden. Mehr dazu gibt es auf www.werte-cards.de.

Informationen zu meinem ersten Urlaubsseminar, das im Dezember 2017 auf der sonnigen Kanaren-Insel Lanzarote stattfindet, erhältst du auf www.urlaubs-seminare.de.

Ich freue mich auf Sonntag, 23. April, und wünsche dir bis dahin eine gute Zeit.

Viele Grüße
Volker